1. Johannes 5,14

Frühgebet. Es ist 4:50 Uhr, der Wecker klingelt. Es ist eisig kalt draussen. Ich trinke einen Orangensaft, und um 5:30 Uhr schwinge ich mich aufs Velo und fahre Richtung Rüti. Während meine Frau noch im warmen Bett liegt, sause ich auf der halb leeren Strasse durch Feld und Wald, wo mir die Amseln entgegenzwitschern und mich daran erinnern, dass Gott diesen Tag geschaffen hat. Er, der Schöpfer aller Dinge, der unvergängliche und liebende Vater, begegnet mir in seiner Schöpfung. Im Büro angekommen erwartet mich eine fröhliche und zum Teil noch etwas müde aussehende Schar. Nun verbringen wir gemeinsam eine ganze Stunde mit Singen, Danken und Fürbitte. Dieses wertvolle Erlebnis hat mich neu motiviert, mehr Zeit in die Gemeinschaft mit Gott zu investieren, gerade auch in der krisenorientierten Zeit, in der wir leben.

GEMEINSAME ZEIT
Doch was hat diese Begebenheit mit Vertrauen zu tun, fragen Sie sich vielleicht? Und welche Bedeutung hat dabei meine investierte Zeit? Jede Freundschaft lebt von der gemeinsamen Zeit. Wenn ich an unsere Ehe denke, kommen mir als erstes unsere gemeinsamen Wochenenden in den Sinn. Diese sind immer wieder kostbar und wollen auch geplant sein, denn wir haben nur etwa zwei Wochenenden pro Monat, weil Christine im Pflegeberuf arbeitet. Dafür geniessen wir unsere gemeinsame Zeit umso mehr. Am Sonntagabend sagen wir oft zueinander: Das könnte ruhig noch ein paar Tage länger so weitergehen! Durch diese regelmässige Gemeinschaft wächst Vertrauen, Dankbarkeit und Liebe. Das ist auch in der Gemeinschaft mit Gott nicht viel anders, denke ich, und diese kann ja ganz unterschiedlich gestaltet werden.

HALLENBADEINTRITT
Eine andere Begebenheit hat mich kürzlich daran erinnert, wie reich ich durch Gottes Gnade bin und dass es sich lohnt, im ganz normalen Alltag auf IHN zu vertrauen. Bei einem Hallenbadbesuch wurden nach Bezahlung von 10 Eintritten auf meiner Guthabenkarte 110 statt 10 Eintritte gutgeschrieben. Im ersten Moment dachte ich: Das ist ein schönes Geschenk. Für die nächsten Jahre kann ich gratis schwimmen gehen, ich bin ein reich beschenkter Mann! Dann ging mir durch den Kopf, wie reich beschenkt ich durch Gottes Liebe sein darf, wie er immer wieder so treu für uns gesorgt hat und uns durch gute und schwierigere Zeiten durchgetragen hat. Nach dem Hallenbadbesuch habe ich dieses Versehen dann an der Kasse gemeldet. Als Belohnung für die Ehrlichkeit bekam ich einen Eintritt geschenkt!

GEBETSDIENST
Nun noch ein paar Gedanken zu meiner Hauptaufgabe im WEC-Sendungszentrum, der Gebetsarbeit. Ich darf im regelmässigen Kontakt mit verschiedenen ⇒ Gebetsgruppen stehen, die teilweise schon seit über 30 Jahren bestehen. Ich staune immer wieder über die Hingabe, Treue und Verbundenheit, die dadurch zum Ausdruck kommt. Eine Herausforderung ist, wie die jüngere Generation zum Gebet motiviert und angeleitet werden kann und welche Formen dafür geeignet sind. Seit kurzem findet ein ⇒ monatlicher Gebetsabend zusammen mit OMF / ÜMG statt, wo gemütliches Beisammensein gekoppelt mit Gebet für Asien sowie Lobpreiszeiten stattfinden. Auch startete in Bauma eine neue Gebetsgruppe. Wir sind im regelmässigen Austausch mit den Heimatgemeinden unserer Langzeitmitarbeiter. Wir versuchen, bei Fragen zum Thema Gebet und wie es gefördert werden kann, behilflich zu sein. Falls Sie Fragen oder Ideen haben, wie Gebet in ihrer Gemeinde gefördert werden kann, freuen wir uns über eine ⇒ Rückmeldung. Vielen herzlichen Dank für ihre Verbundenheit und ihr Mitdenken und Begleiten für die Arbeit in Gottes weltweitem Erntefeld!

Autor: Markus Gerlach – er arbeitet seit 21 Jahren im Aussendungszentrum in Rüti mit Schwerpunkt «Gebetsarbeit». Er ist verheiratet mit Christine.

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