– ein Interview mit Barnabas und Sharon

Wie war euer Alltag auf dem Missionsfeld?
B: Wir arbeiteten in einem staatlichen Spital als ehrenamtliche Ärzte. Auch unterstützten wir Professoren an einer medizinischen Hochschule, indem wir ihnen beratend zur Seite standen. Zunächst brauchte es Zeit, sich an die Begebenheiten der örtlichen Spitäler anzupassen und Vertrauen zu den Ärzten vor Ort aufzubauen. Wir erkannten, dass es nicht möglich ist, unsere Erfahrung und unser Leben mit den Ärzten und dem Pflegepersonal zu teilen, wenn wir nicht Freunde werden würden. Als wir unseren Stolz niederlegten, wurden wir Freunde und viele lokale Ärzte begannen freiwillig von uns zu lernen.
S: Unser Tagesablauf war simpel. Jeden Tag haben wir mit den Ärzten in der chirurgischen Abteilung einen Stationsrundgang gemacht. Es bot sich eine gute Gelegenheit, unsere Erfahrung mit den lokalen Ärzten zu teilen. Ich führte in der Regel Operationen durch, wenn ich darum gebeten wurde, während Barnabas junge Ärzte unterrichtete.

Könnt ihr eine Situation beschreiben, in denen Menschen aufgrund eures Einsatzes eine Veränderung erfuhren?
S: Ich traf im Spital eine Frau. Sie fragte mich: «Kennen Sie jemanden, der die Bibel erklären kann?» Ich hatte es nie erwartet, aber sie wurde die erste Gläubige. Sie war Witwe und verbrachte eine harte Zeit während des Bürgerkriegs. Ihr Mann wurde seit dem Tag des Genozids vermisst, an dem mehr als 3‘000 Menschen auf den Strassen getötet wurden. Sie versuchte, einen Weg zu finden, um glücklich zu werden. Seit zwei Jahren hatte sie die Bibel gelesen, aber sie konnte sie nicht verstehen. Also habe ich ein Bibelstudium mit ihr gemacht. Am Anfang habe ich realisiert, dass ihr Leben kein gutes Vorbild in ihrer Kultur war. Ich betete und lehrte sie fast ein Jahr lang. Sie begann, sich Stück für Stück zu verändern. Eines Tages kam ihr Bruder zu uns und sagte: «Ich möchte die Bibel auch studieren. Ich kannte das Leben meiner Schwester. Ich habe versucht, sie mit dem islamischen Gesetz zu verändern, aber es brachte keinen Erfolg. Jetzt hat sie sich durch das Bibelstudium stark verändert. Ich möchte das Geheimnis kennenlernen.» Schliesslich fand ihr ganze Familie zum Herrn. Lobt den Herrn!

Welche anstehenden Projekte wird WEC International lancieren?
B: Im 21. Jahrhundert ist die Mission von überall her nach überall hin. Dies kann auf verschiedene Weise interpretiert werden. Einer der Trends ist, dass Gott die jungen Kirchen auf der ganzen Welt gebraucht, die in den Zielländern der Mission entstanden sind. Wir denken, es ist Gottes neue Welle. WEC International will die Welle aufnehmen, um unseren Geist und unser Herz aufzufrischen. Ein Team von WEC hat Pläne dazu entworfen und wir hoffen, dass diese in naher Zukunft in die Tat umgesetzt werden.

Interviewpartner: Barnabas und Sharon gehören zum internationalen Leitungsteam von WEC International. Sie setzen sich für das Gewinnen von Mitarbeitern für Weltmission ein. Sie haben zwei erwachsene Kinder.

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