«Was ist ein gesunder Umgang mit Krankheit und Heilung?»

Hindus und Buddhisten in Nepal leben in ständiger Sorge um ihre Gesundheit und haben 1001 Ratschläge, um Krankheit zu vermeiden oder wieder gesund zu werden. Was ist die biblische Sicht zu Krankheit und Heilung?

In Nepal haben wir aufgrund der Vielfalt von ethnischen Gruppen und Kasten viele Formen von Volksglauben, die den Alltag bestimmen. Die religiösen Systeme des Hinduismus und Buddhismus sind sehr komplex und gehen oft fliessend ineinander über und sind mit Animismus verknüpft. Darin bewegen sich Menschen, die mit ihren Fragen des Lebens zurechtkommen müssen, und sie werden von Gott geliebt!

Hier ein paar Beispiele: ‹Böser Blick› bezeichnet die Situation, wenn jemand zum Beispiel Kinder oder Essen mit böser Absicht, Eifersucht oder Verlangen betrachtet. Dadurch wird das Opfer oder das Objekt kontaminiert. Und es folgen Krankheit und Tod. Um den bösen Blick abzuwehren, werden in Teeläden Zwiebeln oder Paprika aufgehängt. Wenn ein Mädchen morgens die Haare kämmt, muss es auf die Haare spucken, bevor es die Haare wegwirft. Damit verhindert es, von einer Hexe in Besitz genommen zu werden, die ihm Schaden zufügen würde. Viele Kranke besuchen zuerst einen Schamanen, bevor sie eine medizinische Abklärung bei einem Arzt oder im Spital machen. Die Vorstellung, dass die Götter Krankheiten verursachen oder Individuen verfluchen, ist eindeutig ein spirituelles Problem.

Wenn wir die Geschichte der nepalesischen Kirche betrachten, stellen wir fest, dass eine grosse Anzahl Menschen aufgrund der Erfahrung von Heilung Christen wurde, entweder direkt und nur durch Gebet oder durch moderne Medizin plus Gebet. Missionskrankenhäuser waren als Orte bekannt, wo man sich um sie kümmerte. Patienten oder ihre Verwandten entdeckten, dass unser Gott sowohl mächtig als auch mitfühlend ist. Und ich denke, das war das mächtigste Zeugnis von allen.

Gott hat die Welt perfekt erschaffen. Leiden ist daher eine Folge des Sündenfalls. Hiob sehnte sich danach, dass jemand für ihn bei Gott intervenierte, Dinge erklärte und sie in Ordnung brachte. Genau das hat Christus für uns getan. Es gab Fälle von wundersamen Heilungen im Alten Testament und sicherlich heilte Jesus viele. Dies zeigt Gottes Mitgefühl und Kraft und Macht, sogar über den Tod selbst. Dieser wunderbare Charakter eines barmherzigen und vollmächtigen Gottes sollten wir bezeugen und in der Jüngerschaftsbegleitung vermitteln.

Ich denke nicht, dass der hinduistische, buddhistische und animistische Glaube ein so grosses Hindernis ist. Manchmal ist es eher eine Hilfe! Ich hatte Patienten, zugegebenermassen Christen, die sich beim Essen für ihre Medikamente bedankten. Diesem ganzheitlichen Ansatz begegnen wir auch in der Bibel, z.B. Jakobus 5,14-15.

Das Verständnis der Nepalesen, dass Krankheit oft mehr als nur ein physischer Angriff von Keimen auf den Körper ist, ist ‹gesund›! Es kann sie für das Gebet öffnen und neue Dinge über die Ursache der Krankheit lehren. Dies steht im Gegensatz zu vielen Leuten aus dem Westen, die sich eher auf die körperlichen Ursachen konzentrieren.

Gott möchte eine Beziehung zu uns haben, uns ein erfülltes Leben schenken und uns auch in schwierigen Zeiten zu Hilfe kommen. Wir dürfen an Gottes Werken Anteil nehmen, und die vollkommene Liebe Gottes vertreibt die Furcht. Diese Aspekte sollten immer wieder betont werden in der Begleitung von neuen Gläubigen. Der Glaube basiert auf Offenbarung, nicht auf Tradition, Vermutung oder Aberglauben. Die Wahrheit wird uns frei machen.

Autor: Alois v.F.

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