Nach drei Tagen harter Arbeit mit einer Säge und einer eher stumpfen Axt fällt die abgestorbene Akazie. Ich bin sehr erleichtert und meine lokalen Arbeitskollegen staunen. Wir arbeiten zusammen auf einem Projektgelände zur Entwicklung von Bewässerungssystemen und Gemüseanbau am Wüstenrand.

Nur 1,5 m neben dem Bürogebäude steht ein toter, vielleicht morscher Baum. Als Schweizer sehe ich darin ein grosses Risiko für das Gebäude und sage meinen Arbeitskollegen, dass der Baum gefällt werden sollte. Ich erhalte die Antwort, dass der Baum schon lange dort stehe und sicher noch eine Weile dort stehen werde.

Mir lässt es keine Ruhe. Obwohl ich in diesem Gebiet keine Ausbildung habe, beginne ich den Baum zu fällen. Um keine Schäden am Gebäude zu machen, schneide ich als erstes einen Teil des oberen Baumstumpfs ab. Zu Beginn lässt sich das Holz gut sägen, aber dann ist es, als wäre ich auf Eisen gestossen. Ich komme kaum mehr voran.

In einer der vielen Pausen, die ich bei über 40°C am Schatten nötig habe, frage ich meinen lokalen Kollegen, was das Problem sein könnte. Er erklärt mir, dass ich wahrscheinlich auf das Baumherz getroffen bin. Wenn dieses noch gut ist, ist der Baum stark. Ist das Herz krank, wird der Baum schwach.

Wir kommen ins Gespräch, dass es doch bei Menschen ganz ähnlich ist. Schliesslich ist der obere Stammteil abgetrennt und ich mache mich an den unteren Teil. Meine Mitarbeiter sagen, dass das mit einer Axt nicht geht. Der Baum sei noch stark und ich werde mir die Zähne ausbeissen.

Ich habe eine neue Idee. Vielleicht ist es einfacher den Baum auszugraben und die einzelnen Wurzeln durchzutrennen. Nach einem halben Tag buddeln habe ich ein neues Gesprächsthema für die lokalen Mitarbeiter.

Der Baum hat alles richtig gemacht. Eine Hauptwurzel, gleich dick wie der Stamm, geht gerade runter bis zum Grundwasser. Sollten wir im Leben nicht auch so handeln? Uns auf das Wesentliche konzentrieren? Ich beginne den dicken Stamm mit Axt und Säge zu bearbeiten, bis er fällt. Erstaunlich, wie Gott diesen toten Baum für Gespräche über den Sinn und Fokus im Leben benützen konnte.

Autor: S.

Wow – so genial! Wer hätte gedacht, dass Gott auch scheinbar tote Bäume dazu gebrauchen kann, um zu uns zu reden!

Mich fasziniert das Herz dieses Baumes: Es war stark, weil es tief verwurzelt aus der Quelle geschöpft und sich auf das Wesentliche konzentriert hat. Es spornt mich dazu an, mir über Sinn und Zweck meines Lebens Gedanken zu machen. Mit Perspektive Ewigkeit im Blick. Und so den Erfinder des Lebens selbst zu fragen, wo er mich pflanzen möchte, dass ich zu seiner Ehre blühen kann und so meinem Umfeld in Liebe begegnend diesen Gott vorleben und vorstellen kann, der seinen Lebenssaft gegeben hat, damit wir auch leben können.

Vielleicht darf dies ja auch ausdruck in einem Kurzeiteinsatz finden?
Wir freuen uns, vo dir z g`höre!

Für den Kurzzeitbereich, Steffi

Einsatzmöglichkeiten
Unser Magazin „Weltweit“ erscheint auch im Printformat (zweimonatlich, Fr. 20.-/Jahr). Interessiert? Dann hier klicken für die Bestellung.