«Hoffnung ist eine Kraft, welche die gegenwärtige Situation nicht einfach so hinnimmt.» 

Lighthouse Children’s Ministry heisst auf Deutsch übersetzt Leuchtturm Kinderdienst. Unser Fokus liegt auf Kindern in verarmten, vernachlässigten Gegenden. In Südafrika nennt man diese Gebiete Townships. Ein Leuchtturm sendet seine Strahlen rundum weit hinaus und gibt so ankommenden Schiffen Orientierung zum sicheren Hafen.

Wir sind als Team unterwegs, um Kinder geistlich, mental, aber auch wirtschaftlich zu unterstützen. Zum Beispiel wollen wir durch Essensprogramme Hoffnung und Orientierung geben. Ich persönlich glaube, dass die Hoffnung und Zukunft von Südafrika die junge Generation ist. Es lohnt sich, in sie zu investieren.

So halten wir in den Townships Kinderstunden und bieten Hausaufgabenbetreuung an. In den Ferienzeiten laufen Camps oder auch spezielle Jugendtage, um Worte der Hoffnung und Ermutigung zu sprechen.

IM TOWNSHIP GROSSGEWORDEN
Ich bin froh, dass ich einige junge Leute, die in Armut grosswerden, in ihren Ausbildungen unterstützen kann. Einer von ihnen ist Vincent. Kürzlich rief er mich an und fragte, ob ich Essen für ihn habe. Seine Mutter ist nicht immer in der Lage, ihn zu versorgen. Sie wäscht für andere Leute und bekommt dafür etwas Geld.

Ich bin dann mit Vincent einkaufen gegangen, sagt die Bibel doch: «Wie kann die Liebe Gottes in mir bleiben, wenn ich meinen Bruder in Not sehe, ihm helfen könnte, es aber nicht tue» 1. Joh. 3,17. Vincent ist bei seiner Mutter grossgeworden. Er hat noch zwei Brüder und zwei Schwestern.

Die Familie hat sich schlecht und recht durch die Jahre hindurch geschlagen. Sie haben oft Essenspakete bekommen und Hilfe für viele andere Dinge. Im Alter von 14 Jahren wurde Vincent mit seiner Mutter wohnungslos, da sie die Miete nicht mehr bezahlen konnten. Einem Lehrer fiel dann auf, dass er nicht mehr in die Schule kam. Dieser Lehrer hat ihm Wohnraum verschafft, d.h. er hat ihm eine Blechhütte erworben, wie es so viele in den Townships gibt.

AN DER UNI STUDIEREN
Vincent ist mir während unserer Kinder und Jugendcamps aufgefallen mit Leiterpotenzial und einer guten Art, auf Kinder einzugehen. Er ist sehr intelligent, besonders begabt in Mathematik. Nach seinem Abitur hat er viele Monate erlebt, in denen er nicht weiterkam. Hoffnungslosigkeit nahm überhand und eine ordentliche Portion Ärger gegenüber Gott. Er hat kräftig gegen Gott per Facebook ausgeholt.
Ich habe ihn an Bord genommen. Er studiert nun an der Unisa (Universität von Südafrika) in Pretoria und hat seine ersten Bücher bekommen. Er möchte Mathematiklehrer werden. Nun hat er wieder ein Ziel vor Augen, und alle Hoffnungslosigkeit ist verschwunden. Wenn wir uns treffen, ist er pünktlich da, eine Seltenheit in Afrika. Ich sehe ihn einmal in der Woche, in der es Verschiedenes zu besprechen gibt, hauptsächlich die Ausbildung betreffend.

AUF VERÄNDERUNG HOFFEN
Nun möchte ich eine junge Frau selbst zu Wort kommen lassen:

«Hallo ich bin Nthabiseng. Ich bin 16 Jahre alt und die einzige Tochter meiner Mutter. Ich habe fünf jüngere Brüder. Mein Leben war schon immer schmerzhaft. Ich habe so ein Verlagen nach einer besseren Zukunft. Ich möchte eine unabhängige Frau sein und meinen Brüdern helfen.

Mit Gottes Hilfe und harter Arbeit ist es möglich. Ich habe Respekt vor mir selbst als Mädchen. Die Ältesten unserer Dorfgemeinschaft wissen das. Ich möchte Lehrerin werden.»

Nthabiseng hat diese Zeilen 2013 geschrieben. Seitdem ist sie durch einige Hochs und Tiefs gegangen. Sie hat oft Worte der Hoffnung zum Weitermachen gebraucht. Ende diesen Jahres wird sie ihre Abschlussprüfung zur Grundschullehrerin in der Tasche haben.

Ihre Dankbarkeit Gott und den Menschen gegenüber, die sie bisher auf ihrem Lebensweg begleitet haben, ist gross. Sie lebt immer noch in einer Blechhütte mit riesigen Problemen in ihrer Familie. Aber sie träumt nun mit realer Hoffnung. Und Hoffnung ist nicht so schnell klein zu kriegen. Hoffnung hofft auf Veränderung. Hoffnung ist eine Kraft, welche die gegenwärtige Situation nicht einfach so hinnimmt. Hoffnung hofft auf Neues. Hoffnung entwirft Zukunft.

Autor: Aukje

Unser Magazin „Weltweit“ erscheint auch im Printformat (zweimonatlich, Fr. 20.-/Jahr). Interessiert? Dann hier klicken für die Bestellung.