«Man kann sich dafür entscheiden, etwas als Freude zu erachten, wenn es unseren Glauben stärkt!»

Es ist so wichtig zu wissen, wie die Bibel etwas definiert. Was sagt uns Gottes Wort über Freude? Sie ist in Gottes Gegenwart in Fülle zu finden. Wir dürfen Dinge von Gott erbitten, damit wir Freude haben. Seine Freude ist vollkommen, und sie kann in uns sein. Freude ist Stärke, auch für den Leib. Man kann sich dafür entscheiden, etwas als Freude zu erachten, wenn es unseren Glauben stärkt, und Gott freut sich über uns.

Wie wunderbar, dass diese Wahrheiten unabhängig von Ort und Zeit gelten. Wenn ich dies auch schätze, merke ich doch, dass ich immer wieder auf «Freudesimpulse» angewiesen bin, die von aussen kommen.

Vor genau zwei Jahren verliess ich die Schweiz, um ein Leben unter einem Volk in Zentralasien zu starten. Alle fünf Sinne liefen jeweils auf Hochtouren, wenn ich in den ersten Monaten unter Leuten und unterwegs war. Es freute mich zu entdecken, dass es auch hier einige schöne Parks gibt, dass auch hier ein Sonnenuntergang wunderbar aussieht und dass es auch hier guten Käse gibt.

EHTIBAR

Kommunikation war vor allem zu Beginn ein rechtes Hindernis. Manchmal war es tatsächlich eine rechte Trockenübung, die Sprache zu büffeln und mich danach in der Masse in der Grossstadt zu bewegen, wo dann doch gar nicht gross mit mir kommuniziert wurde.

Ich weiss noch gut, als ich einen Tag hatte, wo ich frustriert darüber war, wie ich mich für die Sprache einsetzen muss und wie gross der Abstand zwischen mir und den Menschen hier trotzdem ist.

An diesem Tag musste ich auf dem Heimweg ein Heft kaufen und ging dafür in ein kleines Geschäft an einer Strassenecke. Die zwei Verkäuferinnen dort offerierten mir dann nicht nur ein Heft, sie waren auch herzlich und einladend und nahmen sich die Zeit mit mir zu reden, auch wenn das bei mir noch recht holprig ging. Das tat so gut, zwei Fremde die freundlich zu mir waren, ohne dass ich etwas dafür tat.

Ein anderes Mal hatte ich Mühe, im Glauben an etwas festzuhalten. Ein älterer Taxifahrer war an diesem Tag sehr freundlich mir gegenüber. Als ich ihn am Ende der Fahrt fragte, wie er heisse, sagte er «Ehtibar». Das Wort hatte ich vor kurzem gelernt! Es heisst «Vertrauen». Gott hatte mir diesen freundlichen Mann über den Weg geschickt und zu mir gesagt: vertraue!

GETEILTE FREUDE

Zwei Jahre später geht es Gott sei Dank mit der Sprache nun viel besser. Tiefere Kontakte zu haben ist manchmal trotzdem noch eine Herausforderung.

Doch dann werde ich überrascht. Meine ehemalige Gastfamilie erfährt von einer Lernhelferin, dass ich krank bin. Am nächsten Tag schreiben sie mir und melden sich zu einem Besuch an. Da ich nicht so fit sei, möchten sie mir etwas zu Essen vorbeibringen.

Gerade heute auf dem Weg zurück von der Schule traf ich meinen ehemaligen Gastbruder mit seiner Frau an. Wir gingen ein Stück Weg gemeinsam. Ich erzählte ihnen von meinem Tag, und sie erzählten mir von ihren kriegsbetroffenen Verwandten. Für mich war es etwas Besonderes, an dem Ort, wo ich bin, nun Bekannte antreffen und mich mit ihnen austauschen zu können. Vielleicht bin ich an dem Ort ja gar nicht mehr so fremd?

Eine besondere Freude empfinde ich in Momenten, wo ich einheimische Geschwister singen und beten höre und mit ihnen zusammen das Abendmahl feiern kann.

Da wird eine Sprache gesprochen, die weit über die Vokabeln hinausgeht, die ich auswendig lernen kann.

Autorin: Mirjam

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