«Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Freiheit auszurufen und Blinden, dass sie wieder sehen, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, auszurufen ein angenehmes Jahr des HERRN.» Lukas 4,18-19

Jesus hatte die kommende «Shalom- Realität» im Kopf, als er in Lukas 4,18-19 erklärte, die Erfüllung der Vision von Jesaja 61,1-2 zu sein. Wie Jakobus in seinem Brief deutlich macht, muss auch Gerechtigkeit ein Kennzeichen jeder Ortsgemeinde sein.

Unsere kollektive gemeinschaftliche Stärke in Christus wird dann zu einem Segen des Gemeinwohls für andere Bedürftige. Aus unserer Liebe zu Gott und zueinander fliesst unsere Liebe zum Nächsten und sogar oder besonders zu unseren «Feinden».

Nothilfe

Die ersten, die während oder nach einer Krise (z.B. Covid) helfen, sind in der Regel Menschen und Gemeinden vor Ort sowie lokale Organisationen und Behörden. Während der Coronakrise verloren viele Migrantenarbeiter die Arbeitsstelle im Nachbarland und ihr Einkommen, um ihre Familien mit dem Nötigsten zu versorgen.

Andere erkrankten schwer, so dass sie nicht mehr arbeiten konnten. Durch meine lokalen Kontakte zu christlichen Gemeinden und Organisationen war es mir möglich, diese finanziell zu unterstützen dank verschiedener Spenden, die ich im letzten Jahr erhielt.

Nachhaltige Hilfe

Nach dieser Zeit wurde es mir wichtig, einigen Familien etwas nachhaltiger zu helfen. Sie sollten eine neue Existenz aufbauen können, um ihre Familien zu versorgen und so die lokale Eigenverantwortung zu fördern. Das Ziel ist aber auch, dass die lokale Kirchgemeinde für ihre Dorfgemeinschaft die Verantwortung übernimmt, um mit Wort und Tat Gottes Liebe zu demonstrieren.

Diese nachhaltige Hilfe funktioniert aber nur dann langfristig, wenn sie selbst von lokalen Leuten initiiert und umgesetzt wird. Da die langfristige Finanzierung oft schwierig sein mag für die lokale Gemeinde, ist es mir wichtig, auf ihre eigenen Ressourcen hinzuweisen, welche oft unterschätzt werden.

Hilfe zur Selbsthilfe

Meinen Teil sehe ich momentan darin, etwas Startkapital zu suchen für solche Kleinprojekte, indem ich versuche, lokale erfahrene Christen zu finden, die solchen Familien helfen wollen. Sie gewährleisten die Schulung der Beteiligten und technischen Support und sind mit diesen Familien eine längere Wegstrecke unterwegs.

Eine hohe Eigenmotivation der Teilnehmer verspricht langfristigen Erfolg bei der Umsetzung solcher Kleinprojekte. Die lokale Kirchgemeinde sucht auch eigene verfügbare Ressourcen, Material, Arbeiter, Land etc. Das Projekt ist dann besser an die lokale Situation angepasst.

Die Teilnehmer kriegen ein Startkapital, um einen solchen Kleinbetrieb zu starten. Nach einer gewissen Zeit geben sie dies wieder zurück, um wiederum anderen zu helfen.

Durch diese Kleinprojekte werden die Familieneinkommen verbessert und auch Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Diese von Christen initiierten Projekte schärfen auch das Profil von Christen und Kirche als verantwortungsvolle Bürger in lokalen Gemeinschaften. Die lokalen Kirchgemeindeleiter müssen gemeinsam entscheiden, welchen Familien sie helfen werden, und legen Rechenschaft ab, dass sie die wirklich bedürftigen Familien unterstützen.

Starthilfe

Wir haben angefangen, 10 Familien eine Starthilfe für einen Bananengarten und eine Fischzucht zu geben. Die nötigen Schulungen werden von einem lokalen Experten, der ein Mitglied der lokalen Kirchgemeinde ist, angeboten. In einem anderen Bergdorf unterstützen wir 10 weitere Familien in Ziegen- und Schweinezucht. Die ersten Fischteiche sind ausgehoben, Ziegenställe gebaut und Bananensetzlinge gepflanzt. Diese Projekte werden von meinen lokalen Mitarbeitern umgesetzt.

Ich möchte ihnen ein offenes Ohr bieten und Rückhalt geben. Wir hoffen, weiteren Familien zu helfen, um ihnen eine nachhaltige Hilfe zu gewährleisten. Bei Fragen zu diesen Projekten dürft ihr euch gern melden.

Autor: Alois

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