In Jesaja 32 steht: «…bis über uns ausgegossen wird der Geist aus der Höhe. Dann wird die Wüste zum fruchtbaren Land… und das Recht wird in der Wüste wohnen.»

Seit 2018 arbeite ich in einer sehr abgelegenen Stadt in der Sahara Wüste in Nordafrika. Schon 2016 fuhr ich das erste Mal an diesen Ort. Eine amerikanische Chirurgin hatte dort die Leitung eines Spitales übernommen und ich wurde hingeschickt, weil das Labor nicht funktionierte.

Von der Hauptstadt waren es über 500 km Fahrt in die Wüste und die letzten 80 km auf ungeteerter Strasse. Die Stadt war sehr klein und zählte nur etwa 5000 Einwohner. Ich fand dort ein kleines Team von christlichen Mitarbeitern in einem Ort, wo es nur Muslime gibt.

Ich war sehr beeindruckt, wie Gott seine Mitarbeiter in die hintersten Winkel der Erde schickt und schloss mich dann zwei Jahre später diesem Team an.

Hungrig nach Hoffnung

Unsere Arbeit in dieser Stadt ist zwar landesweit bekannt, aber es ist kein Ort, wo wir Massen erreichen, sondern dem Einzelnen dienen, und selbst da sind wir sehr eingeschränkt. Es ist ein Ort mit vielen Herausforderungen für Ausländer, die sich ein sehr viel bequemeres Leben gewöhnt sind.

Die Einheimischen haben sich schon längst in ihr Schicksal ergeben und sind auch nicht offen für Veränderung. Trotzdem habe ich beobachtet, wie Einzelne meinen Lebensstil nachahmen. Die Menschen dort sind hungrig nach Hoffnung und beobachten uns ganz genau.

Froh über Heilung

Gewöhnlich gehe ich am Morgen mit meinen internationalen Ärzte Kollegen zur Arbeit ins Spital. Jeder Tag ist anders. Auch die Anzahl Patienten ist sehr unterschiedlich. Es gibt viele Diabetiker und oft auch verunfallte Kinder oder alte Menschen mit ihren Gebrechen.

Wir hatten ein vierjähriges Kind, das sich an einem Stromkabel elektrisierte und die Hand verbrannt hatte. Immer wieder kommt es vor, dass Kinder Münzen verschlucken. Ein Junge war daran erstickt. Einer schwangeren Frau war das Kind im Mutterleib gestorben und sie starb dann an einer Blutvergiftung. Eine andere Frau hatte Blutzucker und ihr Finger war abgestorben. Als es ihr besser ging, tanzte sie vor Freude.

Gute Nachricht in Wort und Tat

Einmal war ich eingeladen, noch weiter in die Wüste zu fahren. Zusammen mit ägyptischen Kollegen wurden wir von einem Verwandten des Dorfes mit seinem Toyota Pickup abgeholt. Der Toyota fuhr verschiedenen Spuren folgend etwa eine Stunde lang dem Flussbett entlang, bis wir zu einem Dorf kamen, das aus etwa zwanzig Familien, einer Schule, einer Moschee und einem Polizeiposten bestand.

Die Leute dort lebten hauptsächlich von ihren Schafen und Ziegen. Es gab Dattelpalmen und ein Gemüseprojekt, doch seit fünf Jahren gab es keinen Regen mehr, und die Leute klagten über diese Trockenheit. Mein Kollege, der Arzt hatte Medikamente dabei und ich hatte zwei Labortests mitgenommen. So konnte ich den Blutzucker und das Hämoglobin messen.

Iman, die ägyptische Kollegin, mass den Blutdruck. Auffallend war, wie viele der Dorfbewohner blutarm waren, weil sie zu wenig Eisen im Essen haben.

Der Arzt erzählte auch in einfachen Worten eine Geschichte aus unserem Buch, bei der jeder im Raum aufgefordert war, sie nachzuerzählen und als Belohnung bekam er ein Geschenk. Auch erteilten wir eine Gesundheitslektion. Der Herr erhörte unsere Gebete für diese Leute und schickte drei Monate später mehr Regen als wir je erlebt hatten. In Jesaja 32 steht: «…bis über uns ausgegossen wird der Geist aus der Höhe. Dann wird die Wüste zum fruchtbaren Land… und das Recht wird in der Wüste wohnen.»

So ist es auch unsere Hoffnung, dass Gottes Geist in diese Wüste kommt und Gerechtigkeit und ewiges Leben bringen wird.

Autor: E.W.

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